OK COOL

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00:00:12: Herzlich willkommen!

00:00:13: Liebe Menschen da draußen.

00:00:15: zu einer neuen Folge von Orchicool trifft dem Format hier in der Welt von Orkicool, indem ich Dom Schott Freie Journalist jede Woche am Sonntag einen Menschen aus der Spiele und oder Medienbranche zum Plausch einladen darf.

00:00:27: Diese Plausches sind motiviert entweder von Fragen die ich habe an die Welt der Spielen Und wo ich mir hoffe dass meine Gäste mir dabei helfen können Antworten auf diese Fragen zu finden.

00:00:38: Malen sind diese Gespräche motiviert von meiner Neugier Biografien und Lebenswege meiner Gäste mal beides.

00:00:46: Und im heutigen Fall trifft eben beides zu, denn ich habe mit meinem Gast Dr.

00:00:53: Stefan Simon nicht nur über seine Forschungsarbeiten gesprochen sondern auch über die ganz große Frage warum Videospiele seit Jahrzehnten nicht davon loslassen können Wahnsinnige in Anführungszeichen Figuren darzustellen, mal als Freund meistens aber als Feind oder als Objekt der Begierde wenn nämlich Wahnsinn fetischisiert und erotisiert wird.

00:01:18: Und die große Frage ist eben warum machen Spiele das?

00:01:21: Warum können Spiele nicht aufhören uns immer wieder mit den Anführungsszeichen wahnsinnigen Figuren zu kontrastieren?

00:01:27: viele von uns auch wenn wir es zuerst nicht denken sollten haben damit schon in einer Spielwelt Kontakt gehabt.

00:01:32: Wir denken zum Beispiel an Wasmon Negro aus Far Cry, dem charismatischen und von sich selbstsagenden wahnsinnigen Charakter.

00:01:42: Wir können denken an Gegnertypen mit Blattbohren die Zwangshacken tragen.

00:01:45: wir können denken in den Horror-Meilenstellen Outlast indem Patienten einer in Anführungszeichen nerven Heilanstalt durchdrehen und sich zombieartig auf Gegner stürzen.

00:01:57: Das Motiv des Wahnsinns ist omnipräsent, selbst in Spielen wie Hellblade, in denen mentale Erkrankungen von der ganz neuen Perspektive ausbetrachtet werden wird wahnsinn als Motiv immer wieder zitiert und genannt.

00:02:10: Und die große Frage ist eben warum?

00:02:13: Wieso ist das so?

00:02:14: Warum ist dieses Phänomen offenbar nicht aus der Spielwelt wegzudenken.

00:02:20: Darüber spreche ich mit Stefan Simon, denn er beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit genau diesem Phänomänen und dieser Frage.

00:02:27: Und wir beide führen einen lockeren Plausch über dieses Thema, diese Fragestellung und wandern dabei von einem Spiel zum anderen.

00:02:35: Aber damit noch nicht genug!

00:02:38: Stefan Simon hat nämlich, bevor er Forscher wurde in einer psychiatrischen Klinik gearbeitet und dort viel mit Menschen zu tun gab die unter mentalen Erkrankungen Leiden.

00:02:47: In diesen Gesprächen und diese Auseinandersetzung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern dort hatte eine ganz neue Vorstellung von Realität gewinnen können.

00:02:55: Der hat kennengelernt wie die Menschen auf die Welt schauen und daraus viel mitnehmen können auch für seine Forschung.

00:03:03: Es war hoch interessant über dieses Kapitel in seinem Leben mit ihm zu sprechen gewisserweise zu kontrastieren, diese Erfahrung mit dem was wir in Spielen sehen wenn es um mentale Erkrankungen geht.

00:03:14: Ihr merkt also schon in diesem Gespräch steckt eine ganze Menge und ihr merkt auch dass dieses Gespräch Potenzial hat ein paar Themen zu berühren die durchaus belastend und anstrengt sein können.

00:03:25: Wir sprechen eben viel über mentale erkrankung Erfahrungen die wir oder unserem Umfeld damit gesammelt haben.

00:03:31: deswegen hier einen ganz kleiner Hinweis Wenn ihr für Themen wie diese etwas anfälliger seid Aber heute ist kein guter Tag, um sowas zu hören.

00:03:39: Dann spart euch die MP-Trei auf!

00:03:40: Die wird nicht schlecht im Gegenteil.

00:03:43: Hört ihr euch an wenn ihr euch besser fühlt?

00:03:45: Wenn ihr euch danach fühlt.

00:03:46: diesen Hinweis wollt ihr auf jeden Fall loswerden.

00:03:49: Ansonsten haben wir mal wieder viel Spaß gehabt in dieser Unterhaltung.

00:03:52: Stefan ist immer ein gern gesehener Gast und ich freute mich ein weiteres Mal dass er den Weg zum Aukicool Mikrofon gefunden hat und damit den Start einer neuen Themenwoche markiert hier im Programm von Aukicoool das ganz wundervoll zu dem passt, über das wir uns unterhalten haben.

00:04:12: Die welt von ok cool ist mittlerweile eine neue.

00:04:15: seit zwei drei wochen gibt es ja ein neues weiterentwickelte sendungskonzept.

00:04:19: jede woche gibt Es einen übergeordnete thema nachdem sich alle podcasts redaktionell richten.

00:04:25: ihr merkt schon Ein roter faden wird da total klug durch das programm gelegt.

00:04:29: Es gibt aber eine ausnahme in dieser neuen programmwelt und zwar, Ist dass immer die letzte woche eines monats die wir hiermit erreicht haben denn In dieser letzten Woche eines monat stellen wir uns keine übergeordnet frage oder werfen ein übergeordetes Thema auf, sondern... holen einen Klassiker nach.

00:04:46: Das alte Format OK Cool holt nach, hat selbstverständlich den Sprung in die neue Formatwelt von OK Cool geschafft.

00:04:52: Es ist immer mit Abstand das beliebteste Format bei den höheren und höheren gewesen und deswegen gibt es das auch weiterhin.

00:04:58: Und auch diesen Monat!

00:05:00: In der neuen Programmwelt habe ich mir ein Spiel vorgeknüpft, dass ganz wundervoll zum Gespräch mit Stefan Simon passt – das ist kein Zufall sondern eine sehr gute Pladung meinerseits – und zwar hole Sanitarium.

00:05:13: Aus dem Jahr, Ninzent, Achtundneunzig ein Rollenspiel in dem wir als überfeuerter junger Mann in eine Bizarre... Tja!

00:05:23: Psychowelt hinabsteigen.

00:05:26: Ich will nicht zu viel verraten, ihr könnt euch darauf freuen.

00:05:28: es ist ein Spiel das damals alle Ambitionen hatte zum Superhead zu werden dann allerdings doch in die zweite Reihe der Spiele Geschichte verdrängt wurde dort aber wiederum von Kennerinnen und Kennern des Genres Wärmstens einander empfohlen wird.

00:05:43: und ich habe mir das jetzt mal vollknöpft und gemeinsam mit Sina einer echten Horrorexpertin nachgeholt.

00:05:49: Sina hat in der Vergangenheit schon mit mir das allererste Silent Hill gespielt.

00:05:53: Sie hat mit mir auch schon über Alone in den Dark gesprochen und gehört zu den kundigsten Menschen, die ich da draußen überhaupt nur kenne.

00:06:01: Ja, gruselige Bizarro-Horror-Spiele geht und so war sie auch hier meine allererste Wahl.

00:06:08: Wir haben dieses Spiel gemeinsam behandelt.

00:06:10: es gibt ein Vorgeplänkel, einen Warmup in dem ich mich auf diese Spiele vorbereite den Packungstext durchlese und mit Sina den Titel historisch verordne.

00:06:20: Dann direkt darauf folgen gibt es die große Hauptbesprechungen denn mittlerweile habe ich das Spiel auch durchgespielt und meine Eindrücke könnt ihr an einer super langen Besprechung inklusive Spoilerteile eben Falls jetzt kommende Woche hören.

00:06:32: Vorgeblänkel und Vollbesprechung gibt es für alle Supporterinnen und Supporter, aber für euch Menschen da draußen die noch den Gratis viel hören, gibt es das vorgeblenkel außerdem auch als Versucherle erscheint am Mittwoch!

00:06:45: Und wenn euch das interessiert und gefallen hat dann lade ich euch herzlich ein OK Cool zu unterstützen.

00:06:50: Dann bekommt ihr die komplette Besprechung des Spiels dass mich wie gesagt lange nicht mehr loslassen wird.

00:06:56: Und als ob das nicht schon genug wäre, gibt es noch ein weiteres Bonbon.

00:07:00: Ebenfalls kommende Woche für alle Supporterinnen und Supportern dieser Stelle der Hinweis eine neue Ausgabe Okikool.

00:07:06: Dreitausend wird erscheinen Das Magazin von Okikoo zum digitalen Durchblättern dass sich Sanitarium widmen wird.

00:07:13: dort wird es nochmal Ein kleines Spieltagebuch von mir geben Screenshots aus meinem Spieldurchlauf und ein Interview mit Mike Breitkreuz Der heute bei Fire Access arbeitet damals aber als Programmier an Sanitarium mitgewirkt hat.

00:07:28: Ihm habe ich einige Fragen gestellt und das Interview könnt ihr bei Orgikool dreitausend nachlesen.

00:07:34: Ganz großartig war das, nun aber erst mal viel Spaß mit dem Gespräch zwischen Stefan Simon und mir!

00:07:55: mentale Erkrankungen und irgendwie auch Wahnsinn in Videospielen.

00:07:57: Das hat auch einen Grund, denn du hast vor Jahren deine Doktorbeiter zu abgeschlossen.

00:08:03: die ist mittlerweile nicht nur als Buch verfügbar sondern auch als Open Access.

00:08:06: sie ist auch hier gerade mit im Raum.

00:08:07: sowohl liegt bei dir diese Arbeit in Buchform auf dem Tisch und bei mir geöffnet in einem Tab.

00:08:14: so dank Open Access wie gesagt.

00:08:15: und jetzt Achtung ich habe gesehen das sind dreihundert achtundneunzig Seiten.

00:08:21: Also wenn man wirklich jede Seite mitzählt, also fast vierhundert Seiten in denen du dich auseinandersetzt misst.

00:08:29: Ich sag mal, mentale Erkrankungen und auch Psychiatrien entspielen wie die konstruiert werden?

00:08:35: Wie die gezeigt werden?

00:08:37: Es gibt sogar nochmal ein Deep Dive in die Philosophie-Gesundheitsgeschichte.

00:08:41: Die große Fragestiffern, die sich da auftränkt und die ich dir noch nie gestellt habe ist Warum eigentlich?

00:08:48: Also, woher kommt dieses so riesige Interesse an diesem Thema, dass du dem nicht nur Jahre deines Lebens widmest.

00:08:56: Sondern auch fast vierhundert Seiten Doktorarbeit.

00:08:59: Kannst du das irgendwie erklären?

00:09:03: Es gibt verschiedene Perspektiven für die Motivationen.

00:09:07: Zum einen gibts natürlich die persönliche Perspektive.

00:09:11: Dass ich in der Krankenpflege gearbeitet habe und da auch ... in der geschlossenen Akutpsychiatrie eingesetzt war.

00:09:19: Das waren sehr prägende Einsätze meiner Ausbildung als Krankenpfleger, das war so ein Aspekt, der mich da gepromptet hat auch Erfahrungen aus meinem persönlichen Umfeld von Menschen die unter einer oder die stigmatisiert wurden aufgrund ihrer psychischen Erkrankungen.

00:09:40: Das hat mich natürlich motiviert und dazu bewegt.

00:09:43: Und auf, ich sag mal als Spielkultureller aber auch wissenschaftlicher Ebene war es tatsächlich so... Also ich hatte mich schon lange Zeit vorher mit verschiedenen Formen von Maginalisierung auseinandergesetzt sei's jetzt mit Aspekten von Geschlecht, Behinderung und dergleichen also die großen gesellschaftlichen Konfliktaxen analysiert.

00:10:02: So Race-Class Gender das sind ja so die drei ganz dominanten Und dann aber so ein bisschen auch meine Nische gesucht, weil ich dann dachte es gibt sehr viel schon zu diesen Themen.

00:10:12: Das heißt natürlich nicht dass wir nicht weiter beforst werden sollten.

00:10:14: Aber ich wollte gerne noch mal was anderes beitragen.

00:10:17: und da ist mir aufgefallen das in den Insbesondere in den siebziger jahren sechziger-siebzigern gab Es eine ganz starke welle wo eigentlich sowas so mental illness und mental health wirklich so eine große gesellschaftliche konfliktachse war Thema, das auch irgendwie dann nochmal ganz neu auf den Plantrat.

00:10:35: Und aktuell allerdings in den zwanzig-zwanziger Jahren ist es so ein bisschen im Hintergrund gedreht?

00:10:40: Dann habe ich gedacht – also jetzt zumindest in der Beforschung im Vergleich zu anderen großen Themen – Damit befasse ich mich jetzt noch mal ausführlich.

00:10:46: Das will ich noch einmal richtig gründlich

00:10:48: aufarbeiten.".

00:10:48: Boah, das ist super spannend!

00:10:49: Vielleicht können wir in diesen beiden Quellen deines Interesses nochmal im Detail ernähren?

00:10:54: Wenn wir mal anfangen bei Deinen Erfahrungen in dieser Klinik, kannst Du uns da mal so ein bisschen reinführen.

00:10:59: zu diesem Kapitel Deines Lebens also erstmal was genau hast du da gemacht?

00:11:03: wie kamst du dahin?

00:11:04: und natürlich auch die Frage Was war denn das wenn Du das erzählen möchtest für prägende Eindrücke und Momente die da so lange und bis heute am Grunde bei Dir geblieben sind?

00:11:14: Also, in der ... Die Pflegeausbildung war eigentlich so ein ... Das war bevor ich an die Uni gegangen bin.

00:11:21: Bevor ich mal ... In

00:11:22: welchem Jahr sind wir da etwa?

00:11:23: Wir sind

00:11:24: ins ... two-tausend acht, zwei tausend neun etwa.

00:11:29: Ah, das ist jetzt schon wieder erstaunlich lange her!

00:11:32: Da hab' ich nämlich... Ich wusste doch der Schule nicht so richtig was ich machen sollte.

00:11:36: Wollte aber irgendwas machen wo ich Leuten helfen kann.

00:11:40: idealistisch und von Jugendlichen leichtsinn belebt bin ich dann in den Zivildienst und hab gedacht, ich mach erst mal Pflege.

00:11:50: Da hab ich gemerkt, das ist was mir gefällt, dass womit ich was anfangen kann.

00:11:54: Ich habe das Gefühl, ich komme nach Hause und hab was Sinnvolles getan.

00:11:57: Hab mich als Krankenpfleger beworben und bin gescheitert.

00:12:02: Und hab noch mal ein Jahr Praktika gemacht.

00:12:05: Dann durfte ich doch die Ausbildung machen!

00:12:10: Ich habe nämlich keine Ahnung von dieser Welt leider.

00:12:13: Woran scheitert man da?

00:12:14: War das wie so eine Farbprüfung, wo man dann irgendwas einmal falsch macht und sagen sofort die Leute durchgefallen?

00:12:19: oder wie sieht es aus?

00:12:20: Ich bin beim Bewerbungsgespräch gescheitert und ich vermute, dass könnte daran gelegen haben!

00:12:26: dass ich zum Bewerbungsgespräch ... Ich hatte mir dann so zu der Zeit, ich weiß nicht, ich war, glaub ich, siebzehn-achzehn Jahre alt oder so.

00:12:33: Ich hab mir nicht so viele Gedanken gemacht.

00:12:34: Ich habe mir morgens einen Sacko übergeschmissen und da waren halt noch so Buttons dran!

00:12:38: Ich war früher immer so punker und hatte so Buttens dran.

00:12:41: Und einer der Buttons war so ein Legalized-Button.

00:12:45: Dann haben die im Bewerbsgespräche, man arbeitet ja in Betäubungsmitteln auch als Krankenpfleger, haben die gefragt, was haben Sie dafür?

00:12:52: Und dann war ich relativ schnell, war ich dann unten durch.

00:12:54: Aber ein Jahr später wieder kam und hab gesagt, okay, ich habe jetzt irgendwie einen Monat lang im Alten haben Praktikungen gemacht und so... Dann haben die gemerkt, der meint es doch ernst?

00:13:03: Dann nehmen wir den jetzt hier auf!

00:13:06: Wahnsinn, sehr

00:13:08: schön!

00:13:08: Da musste man verschiedene Einsätze machen und einer dieser Einsätze, das war mein längster Einsatz glaube ich, dreieinhalb vier Monate irgendwie sowas in der geschlossenen Akutpsychiatrie.

00:13:20: Also zunächst mal ist das natürlich Erst mal so ein Raum auch der Faszination, wenn man das noch nicht kennt.

00:13:25: Man kommt dann da rein durch diese geschlossene Doppeltür, durch eine Schleuse mit die Leute da nicht raus können und erlebt natürlich allerlei Extremsituationen, die einem sonst nicht so begegnen.

00:13:36: seien es also ich nehme mal an dass wir wahrscheinlich ... für diese Folge sowieso so ein bisschen Triggerbahnung bezüglich mental health.

00:13:42: Ich werde in der Anmoderation auf jeden Fall darauf hingewiesen haben, dass das heute eine dieser Folgen ist.

00:13:47: Ja

00:13:47: genau also ich will dabei auch gar nicht zu explizit werden weil es geht ja nicht so sehr um den Schockvalue.

00:13:51: aber natürlich erlebt man Dinge von Selbstverletzung und Übergriffigkeiten und einfach auch Dinge die man auf den ersten Blick so nicht versteht.

00:14:01: Ich weiß noch kann das ja im Abstrakten erzählen ohne irgendwie persönlichen Daten irgendwie zu erwähnen.

00:14:09: aber da war dann ein Herr, um den ich mich relativ intensiv gekümmert hatte.

00:14:14: Und der war schon älter, doch mal so mit der Sechzig und er saß da im Garten und war also der festen Überzeugung, dass in der Hecke rundherum das Schafschützen lauern und die ihn jetzt jeden Moment erschießen.

00:14:32: Er saß in panischer Angst, aber völliger Starre!

00:14:36: In der Mitte dieses Gartens und ich hab mich mit ihm unterhalten dabei, er hat mir das alles so erzählt.

00:14:43: Hab dann auch biografische Interviews geführt ... Mit Menschen die also Stimmen gehört haben.

00:14:50: Die erinnern mich noch an ein langes biographisches Interview.

00:14:54: Das war Teil der Ausbildung, dass man das machen sollte zu einer Dame, Sie hat also eine Stimme gehört, die sie davon überzeugt hat, dass sie jetzt von einem Dach von so einem Parkhaus springen soll.

00:15:09: Und das sie fliegen könne.

00:15:11: und dann ist sie dann nachdem sie da überlebt hatte zu uns in die Klinik gekommen.

00:15:16: zum wiederholten Mal muss man sagen alles Geschichten, die rührend und schockierend und zugleich aber auch faszinierend sind auf ihrer Art und Weise.

00:15:26: Ich glaube, das hat mich so ein bisschen darauf gebracht über dieses Idee von Wahnsinn nachzudenken.

00:15:32: Also um mich zu fragen was ist eigentlich Wahnsinn in Anführungszeichen?

00:15:39: In welchem Verhältnis steht es zur Vernunft?

00:15:43: Zum Beispiel einen... ich glaube, der hatte ja schon mal gesprochen mit Arno kürzlich und ich glaube da hatte ich das auch erzählt.

00:15:53: eine Patientin war also der vollen Überzeugung, dass sie von einem außerirdischen Schwanger sei.

00:15:59: Und als sie dann ihre Periode hatten und ich sie dann fragte ja wenn Sie jetzt ja Ihre periode haben ist das ja eigentlich kann es gar nicht sein und sie aber ganz logisch so argumentierte warum das natürlich bei Schwangerschaften mit Außerirdischen ganz anders funktioniert als jetzt bei Schwagerschaften unter Menschen?

00:16:17: Also so ne ganz geerdete Rationalität in dieser Psychose alles so Dinge, die mich dann irgendwie interessiert haben und wo ich dann gedacht hab wow.

00:16:28: Da liegt eine Welt jenseits der Vernunft den Menschen, die sich als vernünftig verstehen scheinbar überhaupt nicht zugänglich ist.

00:16:36: Hat das was mit deinem Verständnis für Wahrheit und Realität eben auch vernünft gemacht?

00:16:42: Dass du dort menschenmädig bist, die offenbar ja fest von ihrer Realität überzeugt waren und auch Konsequenzen daraus für sich abgeleitet haben hat das für dich etwas gemacht?

00:16:52: Ich würde schon sagen, ja.

00:16:55: Das hat dazu geführt... Hat zu einem gewissen Respekt geführt vor der Wahrheit anderer sozusagen also mit so einer gewissen Wertfreiheit daran zu gehen.

00:17:09: Wir hatten da eine Dame, ich wollte mich bei ihr vorstellen, weil sie neu auf die Station kam und ging auf sie zu, wollt ihr die Hand reichen?

00:17:16: Und dann ist sie doch zurück gesprungen in einem großen Satz und hat also gesagt, ich soll auf gar keinen Fall näher kommen nicht, weil Sie irgendwie Angst vor mir hatte sondern, weil in Ihrer Wahrnehmung es so ist dass... zahlreiche Geister von Verstorbenen, sie umkreisen und wenn ich ihr zu nahe komme dann könnte mir was Schlimmes passieren.

00:17:34: Und deshalb möchte Sie nicht dass ich da gab es so ein Umkreis um sich herum den durfte niemand betreten... ...und dann war so ein bisschen die Frage wie geht man damit um?

00:17:42: natürlich kann man dann sagen ach so'n Quatsch das gibt's überhaupt nicht jetzt hören sie mal auf oder so.

00:17:48: aber nein in der Pflege ist man natürlich auch immer mit einem, geht man da von einer empathischen Facette, von einer verständnisorientierten Facette rein und denkt sich das muss ich jetzt erstmal so respektieren weil das ist die Realität dieser Person.

00:17:59: Und das habe ich erst mal gar nicht zu bewerten.

00:18:01: natürlich dass da therapeutische Interventionen erforderlich sind Das ist dann nochmal eine andere Frage.

00:18:05: aber Ich respektiere das und halte diesen Abstand ein weil das is ihr Space

00:18:10: Hattest du zu dem Zeitpunkt als du da als Pfleger dann unterwegs warst auch schon Viele Videospiele gespielt, in denen diese Themen mal dargestellt wurden.

00:18:19: Also hattest du so einen Moment wo du dann vor Ort warst und merk das Moment mal?

00:18:23: Ich hab hier ein Spielen vielleicht bewusst oder auch unterbewusst ein Bild von Wahnsinn oder von wahnsinnigen Menschen oder auch Gegnern oder etwas mitbekommen, wo ich jetzt merke es gibt jetzt eine Art Reality Check und ich merke dass ist alles sehr viel komplexer und tiefer Als das, was ich in Spielen die ganze Zeit gesehen habe und ich meine viele Leute da draußen.

00:18:43: Klar ist ein Spiel aber ihr wisst was ich meine man verinnerlicht ganz viele Bilder von Spielen wenn man sie ständig sieht auch so.

00:18:50: Thema historische Realitäten.

00:18:52: Age of Empires El City Kampagne kann immer noch auswenden Ich hab aber irgendwann gelernt hat wenig mit der echten Geschichte zu tun.

00:18:57: Aber man nimmt das somit.

00:18:59: Und deswegen diese Frage eben ob du dahin gekommen bist und gemerkt hast Hoppala Es passt gar nicht zu dem Bild, was sich in mir aufgebaut hat durch zum Beispiel Spiel aber auch andere Medien.

00:19:09: Ja sowohl generell als auch im ganz konkreten also generell war diese Station auf der wir uns da befanden Also wirklich klar das ist natürlich dann ein separator Ort Das ist abgesperrt und dergleichen.

00:19:24: Aber auf der station war schon die bemühung dass also dass es da dass es da angenehm sein soll.

00:19:30: Da gab's einen großen Garten und auch rege Beschäftigung mit den Leuten, ich bin noch gemeinsam mit denen dann teilweise rausgegangen und durch die Stadt gelaufen

00:19:40: usw.,

00:19:40: weil das natürlich auch mal wichtig war irgendwie mal was anderes zu sehen unter Begleitung da natürlich.

00:19:46: Und ich hab gemerkt ... Das erste, was ich gemerkt habe ist dieser Stereotyp des gefährlichen Wahnsinnigen ist ja eine völlige Überzeichnung.

00:19:55: also die allermeisten Leute dort waren Vor allem zuvor das eine Gefahr für sich selbst erst mal.

00:20:02: Und in den meisten Fällen also nicht aggressiv übergriffig, das gab es allerdings auch.

00:20:07: Das muss man natürlich auch dazu, aber es ist nur ein Teil des Ganzen.

00:20:12: und vor allem aber auch – und das ist ja die Kehrseite des Ganzens – die Therapien, die Institutionen und wie mit den Leuten umgegangen wird... Ist natürlich bei Leib nicht mehr so.

00:20:22: diese Horrorpsychiatrie aus den Medien.

00:20:24: Ich habe das am Beispiel von so einer Elektro- Krampftherapie, dann auch da hat mich das besonders beeindruckt.

00:20:36: Wie bedacht?

00:20:37: Wie fürsorglich und auch wie unterstützend diese Therapie, diese Elektro-Krampfterapie durchgeführt wurde!

00:20:43: Und ich kannte das nur so aus den Medien, aus Spielen aber vor allem auch aus zahlreichen Filmen.

00:20:49: einer Flug über Kuckucks Nest als strafende Maßnahme bei der die Menschen schreiend mit Elektroschocks versorgt werden... Und dann habe ich gemerkt, das ist ja gar nicht so.

00:20:58: Ich hab gesehen wie es auch einem Patienten so substanziell geholfen hat diese Therapien, dass ich gedacht habe okay da lohnt sich mal sich mit zu beschäftigen.

00:21:07: Nicht nur mit den PatientInnen sondern auch mit der Art und Weise wie wir auf Psychiatrie und auf psychiatrische Therapien und dergleichen blicken.

00:21:19: ich jetzt für den Fall, dass es sie nicht gibt.

00:21:24: So viel mehr zu stärken die Möglichkeit von Begegnungsorten zwischen der Öffentlichkeit und den Menschen, die zum Beispiel in solchen Kliniken leben um diesen Kontakt und diesen Austausch mal zu ermöglichen.

00:21:35: weil genau wie du beschreibst sieht auch meine Erfahrung aus sobald man Menschen kennenlernt, die in einer solchen Klinik untergebracht sind und dort leben.

00:21:43: Merkt man ganz schnell du kannst selbstverständlich mit diesen Menschen in den allermeisten Fällen sehr gut sprechen Du musst dich nur auf vielleicht eine andere Realität einlassen.

00:21:52: aber ehrlich gesagt ist das er so mit jedem menschen.

00:21:54: jeder hat eine andere vorstellung von realität.

00:21:57: Manche sind eben etwas sehr viel anders als die die man selbst kennt.

00:22:00: Aber das ist etwas von dem ich auch persönlich sehr profitiert habe.

00:22:03: Und was wir ja stattdessen haben in der gesellschaft in der wir jetzt heute leben dass es so eine art Also extrem starke, räumliche aber auch gesellschaftlicher Abtrennung gibt oder eine Grenzziehung zwischen Menschen die in diesen Kliniken leben und Menschen in der Öffentlichkeit.

00:22:19: Und genau wie du sagst es gibt natürlich auch Menschen in diesen klinik sind diese können eine Gefahr sein für Menschen die da vorbeikommen.

00:22:24: Aber ein großer Teil eben ist mein Eindruck, da wollte ich dich mal fragen würde ja Profitierende von in beide Richtungen.

00:22:31: Beide Gruppen wenn es diese Austauschmomente viel mehr gebe weil ich glaube viele Menschen draußen auch gerade zu haben haben nach wie vor super stark von Medien geprägte stigmatisierte Vorstellungsbilder von Menschen die diesen Kliniken leben.

00:22:44: Ja ich glaube das Das ist ja eine Dynamik, die sich im Moment auch entwickelt.

00:22:48: Allein schon aus ökonomischem Gründen dadurch dass die Kliniken mehr und mehr in ambulante Therapien und sowas übergehen.

00:22:53: Dass man irgendwie sagt man versucht also wirklich so diese geschlossene Akutpsychiatrie es dann eher für Krisenintervention oder für Leute die halt wirklich da stationär auch wirklich längerfristig sein müssen.

00:23:06: aber ganz oft das ist auch so man würde das gar nicht unbedingt bemerken.

00:23:10: Man kann natürlich so konkrete Begegnungsmöglichkeiten arrangieren, aber wir müssen uns auch vergegenwärtigen dass wir im Alltag alle häufiger schon Leuten begegnet sind die in solchen psychiatrischen Kliniken waren und auch da behandelt wurden bei denen wir überhaupt nicht großartig darüber nachdenken würden.

00:23:27: Nicht das wir jetzt verdächtigend durch die Gegend laufen sollten sondern uns für das Bild davon hinterfragen sollten was das für Menschen sind ist es nicht kategorisch andere Menschen sind.

00:23:38: Ich

00:23:38: habe gestern, das fällt mir dazu ein Film gesehen der auf eine Weise zu diesem Gespräch hier ganz hervorragend passt und zwar M von neunzehnunddreißig, einer der allerersten deutschen Tonfilme.

00:23:50: Kennst du den Film?

00:23:51: Eine

00:23:51: Stadt sucht einen Mörder!

00:23:52: Ja ja das war... Exakt

00:23:54: das!

00:23:54: Genau von äh ach der später Metropolis gemacht hat's... Fritz

00:23:58: Lang!

00:23:59: Fritz lang!

00:23:59: Metropolis war sogar vor Jahr neunzig siebenundzwanzig super abgefahren genau.

00:24:03: Fritzlang und das ist ein filmgroße Empfehlung übrigens.

00:24:05: Der ist fast hundert Jahre alt der Film und er ist immer noch alleine wegen der Kameraarbeit.

00:24:09: Der fühlt sich so modern an und man kann ihn so gut gucken.

00:24:12: jedenfalls.

00:24:12: ähm dort geht es um einen ohne zu viel zu verraten, um einen Kindermörder der von der ganzen Stadt gesucht wird.

00:24:19: Eine ganze Stadt wird in Bann gehalten weil dieser Mann herum geht und niemand weiß wer es ist.

00:24:23: Und am Ende des Films, so viel darf ich verrat'n weil das nimmt dem Film trotzdem keine Spannung, wird dieser Mann vor eine Art Justizgericht gestellt und bricht aus, gespielt von Peter Lorre oder Lorre, das weiß selber nicht wie man ihn ausspricht indem er sich selbst erklärt und er erklärt sich dass er diesen diesen Trieb, diesen Drang in sich hat zum Morden.

00:24:46: Weil das der einzige Moment ist im Leben wenn die Stimmen in seinem Kopf aufhören zu sprechen.

00:24:52: und es besondere an dieser Szene ist dass als er das erzählt wie ihm die Geister auf jeden Schritt folgen wie er sagt Das ist fast ein wörtiges Zitat noch Dass die Menschen im Publikum während diese Anhörung zu nicken beginnen.

00:25:04: Und man merkt hier Geht gerade ein Funke über von dem Mörner auf das Publikum, die vermeintlich einen großen Anführungszeichen normalen Menschen.

00:25:14: Die merken was dieser Mörder gerade beschreibt

00:25:18: kennen

00:25:18: wir.

00:25:19: ich verstehe was er meint Ich kenne die geistern die mir folgen ich kenne diese stimmen die mehr folgen.

00:25:24: vielleicht noch niemand umgebracht aber ich weiß Was Er meint.

00:25:28: und dass war Stefan eins so faszinierende moment in diesem film weil der plötzlich diese Ebene aufmacht.

00:25:33: von da sind ist zwar zwei unterschiedliche Gruppen hier gerade in einem Raum, Mörder und Angeklagter.

00:25:38: Und die Leute dienen Anklagen aber dann plötzlich durch die Reaktion des Publikums auf seinen Monolog merkt man diese beiden Gruppen verbindet viel mehr als man meinen sollte.

00:25:49: Das ist

00:25:50: total krass!

00:25:50: Ich weiß auch noch dass ich das erste Mal gesehen habe da war ich auch vollkommen verblüfft vor allem in der Zeit dafür dass der Film schon so alt ist und also jetzt nicht so eine nicht so eine perfide Art und Weise, wo diese Faszinationen, die wir heutzutage mit ganz viel oft so mit True Crime haben.

00:26:08: Wow!

00:26:08: Wir begeben uns in die gedankliche Welt eines Mörders.

00:26:10: Sondern wirklich so eine tatsächlich fast schon anerkennende Auseinandersetzung damit ... Wir müssen natürlich brauchen wir auch eine strafende Justiz können auch nicht alles erlauben und alles zulassen aber das muss uns nicht unbedingt daran hindern auf menschlicher Ebene Verständnis zu haben für was da passiert.

00:26:30: Ja, das war dann auch diese Ratio aus dem Film heraus.

00:26:32: Das ist dann gesagt wurde vom Verteidiger dieses Angeklagten dieser Mensch handelt unter Zwang und wir können kein Menschen für etwas strafen, für dass er nichts kann.

00:26:42: Da war quasi die Argumentation da kann man auch noch mal darüber diskutieren.

00:26:44: aber da war ich wie gesagt völlig überrascht davon, dass der Film so tief und so also vielschichtig mit diesem Thema umgeht.

00:26:51: Das hat mich sehr fasziniert und bringt mir jetzt wieder zurück zu dir und deiner Biografie.

00:26:55: nachdem du dann dieses Kapitel hinter dir gelassen hast ist meine erinnerung auch noch an unser erstes gespräch von vor.

00:27:01: Oh Gott, vier fünf jahren mittlerweile sogar schon für fünf Jahren war es dir zu Gast das dann bald.

00:27:06: dann begann deine dein Werdegang quasi an den universitäten dieses landes.

00:27:11: hast du diesen eindruck?

00:27:12: Dann wirklich mitgenommen weil so würde es ja auf dem papier jetzt bei dir aussehen dass das quasi einer nochmal dieser prägen momente war wo du gesagt hast und jetzt will ich mich wirklich auch an der uni damit mal wissenschaftlich auseinandersetzen die darstellung psychisch kranken von wahnsinn in popkultur und

00:27:28: es war ein bisschen indirekt, aber ich zwischenzeitlich dann noch andere dinge gemacht habe.

00:27:31: Ich war erst noch im notfallbereich nachdem ich meine ausbildung abgeschlossen hatte und so und Dann war das vor allem eher so.

00:27:38: diese idee von ergut kranken pflege ist schöner job den ich liebe und auch heute noch liebe Aber der natürlich knochenharzer job ist und hab gedacht da mache ich nochmal was anderes.

00:27:47: ich wollte sowieso immer schon hatte zu der zeit auch schon so Gaming Reviews und sowas geschrieben beim Spiele-Journalismus hobbymäßig aktiv.

00:27:54: Und dann teilweise auch als Nebenjob, dann hab ich gedacht da mach' ich noch was anderes, hab Medienwissenschaften studiert... ...und dann kam das erst tatsächlich, also erst nachdem ich mich mit ganz vielen anderen Themen befasst habe.. ..und dann so diese Frage aufkam mit welchem Thema will ich mich denn nochmal vertief beschäftigen um zu promovieren?

00:28:11: Das war dann erst der Punkt wo ich wieder zurückgekommen bin zur diesen Erfahrung und dann gesagt habe okay das ist was vor allem auch weil ich halt festgestellt habe Als ich angefangen habe, mich so einzulesen in dieses Thema.

00:28:23: Es gibt schon zahlreiche Publikation und auch Analyse-Modelle für Wahnsinn in digitalen Spielen aber ganz oft sind das Sachen die sehr stark normativ sind also die sagen irgendwie wir teilen es ein in gute und schlechte Spiele oder in mehr oder weniger stigmatisierend und ich wollte mal was anderes machen was Beschreibendes machen, was eben genauso verständnisorientiert ist.

00:28:50: Dass ich jetzt nicht davon ausgehe es gibt grundsätzlich gute und schlechtes Spiele sondern erstmal so eher genealogisch nachzuvollziehen woher kommen diese Bilder welche Relevanz haben die heutzutage in unserer Gesellschaft und soweit

00:29:00: Ich erinnere mich noch in den Zehnerjahren.

00:29:02: Da sind wir jetzt langsam in dieser Zeit, wo du ja auch die Hörseele deines Lebens betrittst.

00:29:07: Da ist ein Spiel erschienen und es war eines der Far Cry Spiele im Jahr ... War das Far Cry III?

00:29:16: Dann wurde eine Figur vorgestellt, vielleicht die Jüngeren von euch da draußen haben das Sky so bewusst mitbekommen.

00:29:20: aber ich sage mal wenn man etwas in einem erwachsenen Alter war konnte man sich davon nicht retten.

00:29:26: um die präsenten Begeisterung über den Bösewicht in Far Cry III und zwar war es Montenegro ein, ich sag mal sportlicher Rebell der sich vor allem über eines definierte nämlich über seine Definition von Wahnsinn dir dann so beschreibt im Spiel dass er sagt Wahnsinn ist wenn man immer wieder das gleiche tut obwohl man weiß was dabei rauskommt und sein Verhalten nicht verändert irgendwie so.

00:29:51: Und das hat so Wellen geschlagen.

00:29:53: diese Figur Spiele Redakteure in Video Reviews zu diesem Spiel war es gekosplayt haben, nicht nur in Gewandung sondern auch entsprechend.

00:30:05: Das war offenbar so... so ansteckend diese Begeisterung für diesen charismatischen, in Anführungszeichen wahnsinnigen Massenmörder und Rebell das sogar auf die Präsentation von Spielekritiken überschluckt.

00:30:17: Der war ganz lange und wird ja bis heute gefeiert als einer der interessantesten und spannendsten und charismatschsten Bösewichte.

00:30:24: Und das war für mich Einer der Momente da war ich ganz am Anfang meiner eigenen Karriere in der Welt des Videospieljournalismus wo ich mir dachte Das ist schon interessant.

00:30:33: also eine Figur die sich selbst als Wahnsinnig definiert ist hier ein Superstar.

00:30:38: Also, Leute fahren ab wie Charismatische es und das brachte mich mal zum

00:30:42: Nachdenken.".

00:30:43: Ja ja, das ist so.

00:30:43: auch diese ... Ist ja so'n bisschen wie das Joker-Equivalent der Spielekultur, ne?

00:30:49: Weil natürlich so eine radikale Freiheit und auch sowas charismatisches darin steckt was verführerisches auch gewissermaßen.

00:30:57: Der Wahnsinn ist ja oftmals kultureller zu etwas verführersches assoziiert Und ich glaube, das ist so ein bisschen diese Faszination mit Vars Montenegro.

00:31:08: Das finde ich eben so spannend, dass dieses ganze Thema so faszinierend zu sein scheint, dass ihr seit Jahrzehnten Spiele immer wieder dieses Thema nach vorne ziehen die wenigsten in meinen Augen auf eine vielschichtige Art und Weise wie es zum Beispiel der Film M jetzt gemacht hat sondern oft versunken ins Diary Typen.

00:31:25: aber nichtsdestotrotz dieses Thema ist ja omnipräsent.

00:31:29: Führt mich wieder zurück zu deiner Doktorarbeit.

00:31:31: Gibt es auf diesen dreihundert-achtundneinzig Seiten?

00:31:34: Das ist eine undankbare Frage, weil das diese Forschungsarbeit so eindampft!

00:31:37: Aber im Sinne dieses Gesprächs hier gibt es auf den dreieinundert- achtundneintzig Seiten zum Beispiel ein Erkenntnis der Beschäftigung mit diesem Themenkomplex, die auch Jahre nach Abschluss der Doktorbeit Bei dir gebliebend ist.

00:31:51: irgendeine Erkenntnis, bei der du sagst, vielleicht habe ich damit nicht gerechnet oder ich hab gehofft, dass die sich bestätigt.

00:31:56: Oder oh das war für mich spannend darauf mal zu stoßen.

00:31:59: Gibt es da etwas was sich im Netz der Erinnerung verfangen hat?

00:32:03: Ich glaube

00:32:06: am ehesten wäre das wahrscheinlich so ... Ich hab da eine Typologie gebastelt und einer dieser Typen kam erst ganz zum Ende dazu.

00:32:14: Der heißt, er trägt den wunderschönen Namen Transdiägetische Disruption.

00:32:26: Das waren nämlich die Zeit, in der so Sachen erschienen sind wie so Doki-Doki Literature Club und solche Geschichten.

00:32:32: Und dann kamen so die Frage auf, inwiefern Wahnsinn als eine Störung auch des Systems funktionieren kann beziehungsweise einer Störung des technischen Systems?

00:32:42: Das ist dann in Spielen sowas wie Eternal Darkness hat das damals schon gemacht.

00:32:46: Ein ziemlich altes Spiel, ich weiß gar nicht wann das genau erschien ist.

00:32:51: Ich glaube ein neunzig an früh und zweitausend dann spätestens.

00:32:54: Ich glaub auf dem Gamecube.

00:32:56: eines dieser Spiele wo man sich gar nicht erklären kann warum so ein psychologisches Horrorspiel überhaupt auf einem Nintendo-Konsole damals erschienen ist, war exklusiv.

00:33:06: Die haben lauter so Sachen gemacht wie wenn dann die Figuren wahnsinnig werden, dann simuliert die Konsole so ein Absturz oder ein stets Bild auf dem Kopf.

00:33:13: Oder der Fernseher wird dann irgendwie so umgeschaltet auf einen anderen Kanal und so weiter.

00:33:18: also dass man versucht tatsächlich auch diese Störung in sozusagen der Kognition jetzt im weiteren Sinne gesprochen diesen Wahnsinn zu übertragen auf technische Dysfuzionalität.

00:33:29: Ich finde das überhaupt auch spannend, diese Zuschreibung Wahnsinn als ein Attribut was zum System sprengen führt.

00:33:37: Nicht nur technisch sondern auch moralisch.

00:33:40: Ich erinnere mich an pen and paper Runden in denen Figuren vorgestellt wurden also vom Spieleiter nicht spielbar von Anwesenden sondern Figuren die plötzlich in der Szene aufgetaucht sind, die die Zuschreibungen irgendwann erhielten.

00:33:52: Die sind wahnsinnig!

00:33:55: Was dann passierte, war so faszinierend zu beobachten.

00:33:57: Es ging ein Ruck durch diese Spielergruppe weil plötzlich das gelesen und verstanden wurde als equivalent zu.

00:34:04: erstens völlig unberechenbar ist diese Figur jetzt also wenn sie wahnsinnig ist und zweitens handelt komplett außerhalb von etablierten Moralkompassen.

00:34:13: Also als ich sage mal dramaturgisches Stilmittel.

00:34:16: Wenn man dann jemanden als Wahnsinnig beschreibt Ist es etwas wahnsinnigt wirkmächtiges wie festgestellt habe Wir können es ja aus Videospielen, Figuren die als Wahnsinnig uns vorgestellt werden.

00:34:26: Wir haben eben über Wars gesprochen aber auch über die nicht wegzudenkenden Monster, die eben auch als wahnsinnig gelten.

00:34:32: Die zeichnen sich durch eine Unberechenbarkeit aus, die zum einen... dem echten Phänomen, das in Anführungszeichen wahnsinnig vielleicht gar nicht gerecht wird.

00:34:41: Weil es ein Stereotyp ist zum anderen aber dramaturgisch einfach so verlockend ist.

00:34:46: weil du weißt nicht hier Joker wir alle kennen ihn!

00:34:49: Du weisst nicht was diese Figur als nächstes plant und das macht diese Zuschreibung dramaturgische eben schon seit so langer Zeit so faszinieren.

00:34:58: Ja, ich glaube auch ... Ich hab das so ein bisschen in der Promotion zurückgeführt auf den Nar bei Shakespeare.

00:35:04: Da gibt's dann immer so einen Narrengift, der einfach das Ganze nicht ernst nimmt und der irgendwie mit den Figuren selbst spielt und die Geschichte nicht ernst nimmt

00:35:13: usw.,

00:35:13: und dann irgendwie die Leute sich an eine Nase herumführt.

00:35:17: Dann ist das ne Figur, die vor allem eine Dynamik auch in Geschichten bringen kann.

00:35:21: Und wenngleich das natürlich vielleicht problematisch ist wenn man so wahnsinnige Figuren drauf jetzt sehe?

00:35:26: Kefka aus Final Fantasy sechs war das glaube ich.

00:35:30: So ein Final

00:35:31: Fantasy gespielt, dass muss ich... Das ist eine Lücke die ich noch stopfen muss.

00:35:35: Aber das ist so ein Klassiker wenn man so an so ne wahnsinnige Figur denkt.

00:35:40: es gibt ja so Wahnsinnig Figuren die wollen die Weltherrschaft an sich reißen und haben dann auch so diesen Typische so maniacal Laughter.

00:35:47: Ja, ja ...

00:35:49: Das ist Kefka, der dann am Ende im Bosskampf belacht er sich auch nur noch und ist so, ich werde euch alle vernichten

00:35:57: usw.,

00:35:57: auch wenn er schon längst auf einem absteigenden Ast ist!

00:36:01: Und das übrigens für mich auch zu etwas was ich dich auch unbedingt fragen wollte quasi in Abgrenzung zu den vielleicht faszinierendsten Erkenntnissen aus deiner Forschung heraus.

00:36:09: worüber du gerade gesprochen hast Gibt es denn, hast du da mittlerweile eine Meinung verfestigt für dich?

00:36:15: Wo du sagst.

00:36:16: Es gibt aber auch Grenzen von dem was du persönlich vielleicht gerne in Spielen sehen möchtest wenn es um diese Auseinandersetzung mit Wahnsinn gibt.

00:36:24: wir mir gerade drüber gesprochen.

00:36:26: Wahnsinn, ich hab das Wort als Zuschreibung benutzt.

00:36:30: Also extrem verlockende Stilmittel für Dramaturgien haben wir gerade gehört ist super wirkmächtig.

00:36:36: es hat was Verlockendes sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

00:36:39: Es fasziniert uns Menschen aus vielen Gründen gibt's aber trotzdem Grenzen.

00:36:42: wo du jetzt sagen würdest auch nach deiner vielen und intensiven Beschäftigung mit dem thema Das siehst Du einfach ungern wenn spiele diese grenzen überschreiten.

00:36:51: in der darstellung gibt es da was.

00:36:53: oder gehst du ran und sagst Leute Macht erst mal was ihr wollt, dann gucken wir uns das hinterher an.

00:36:58: Wie guckst du da drauf?

00:37:00: Ich glaube grundsätzlich bin ich da ziemlich offenen Geistes also... ...ich könnte jetzt nichts benennen, was ich kategorisch als problematisch sehen würde.

00:37:07: Es kommt immer darauf an auf den Kontext und vor allem finde ich auch tatsächlich... Also wenn es so Triggerwarnungen gibt, kann das halt enorm hilfreich sein weil dann letztendlich müssen das ja alle Menschen für sich selber entscheiden.

00:37:18: Es gibt Leute die können gar nicht damit umgehen.

00:37:23: Ich habe auch tatsächlich so einige Themen wie zum Beispiel Suizidalität.

00:37:27: Es ist ein Thema, dem kann ich mich nur mit einer gewissen Empfindsamkeit nähern weil das eben in meiner Lebensbiografie hin und wieder eine Rolle gespielt hat auf eine sehr tragische Art und Weise.

00:37:36: Und dann bin ich auch dankbar dafür wenn es in irgendeiner Form gekennzeichnet ist dass sich mich selber entscheiden kann.

00:37:44: Das ist einfach ne Ermächtigung der Audience selber entscheiden zu können.

00:37:48: Womit will ich mich auseinandersetzen?

00:37:49: Manchmal schießen die fast schon ein bisschen über das Ziel hinaus, also ich finde Trigger-Warnungen lange Zeit war so meine Hoffnung dass es ein bisschen mehr eingesetzt wird weil's ja langsamer was gar nix gab.

00:38:00: mittlerweile ist fast vor jedem Spiel sind so viele Triggerwarnungen da ist nicht fast schon Frage so nicht dass das dazu führt dass Leute halt die Themen wirklich effektiv vermeiden obwohl sie jetzt gar nicht in einer solch drastischen Form dargestellt werden.

00:38:13: Also ein bisschen schwierig.

00:38:14: aber grundsätzlich finde ich sind alle Themen Tendenziell natürlich

00:38:21: um die Frage sogar noch weiter in diese Richtung mal zu treiben.

00:38:24: Wir hatten darüber in unserem Sanatorium Gespräch auch schon mal uns unterhalten aber ich nirgends, dass du trotz noch einmal und wie gesagt auch nochmal zugespitzt da Befürchtest Du nicht doch ist eine suggestiv frage was jetzt egal befühlst du nicht?

00:38:37: doch wenn es so eine gewisse Stereotypisierung von Wahnsinn in Form von Videospielfiguren gibt das das tatsächlich bei Menschen einen Eindruck verfestigt von tatsächlich echten menschen die als wahnsinnig gelten oder eben in den tagesdiensten zum beispiel untergebracht sind, die schadhaft sein könnten mit anderen worten.

00:38:56: Befürchtest du nicht mit einer nach deiner so langen auseinandersetzung auch vor ort mit Menschen die wirklich betroffen sind das spiele bilder aufbauen können kopf von menschen dies ist der typ und vorurteile befeuern könnten?

00:39:09: sollte man da nicht etwas dann gegenwirken?

00:39:13: Ja, also ich würde sogar sagen das ist nicht nur so eine Befürchtung sondern es gibt jetzt meines Wissens nach keine statistischen Überprüfungen die das hundertprozentig belegen.

00:39:22: aber intuitiv macht es ja durchaus Sinn.

00:39:24: Also wir gehen ja oftmals von der Annahme aus dass Spiele auch irgendeine Wirkung auf die Leute haben.

00:39:29: ansonsten bräuchten wir sie gar nicht erst studieren und analysieren.

00:39:31: Und tatsächlich ist es zumindest so.

00:39:34: wenn's dann gleich ist das für Spiele nicht gibt gibt es das für andere Medien dass man durchaus zeigen konnte okay es gibt Leute psychiatrische Therapien, insbesondere Dinge wie Psychopharmaka Medikation ablehnen.

00:39:47: Obwohl es ihnen angeraten wird und die Gründe wenn man sie danach fragt sind dann eben oftmals Ängste die aus Medien kommen.

00:39:55: ich glaube also das ist durchaus ein Problem.

00:39:58: Ich würde jetzt nicht, ich finde es ist aber zugleich auch im Sinne, wenn man zum Beispiel sich so Spiele anschaut wie Outlast oder auch die Resident Evil.

00:40:05: Wir machen das ja aus.

00:40:06: Resident Evil Requiem.

00:40:08: Auch wieder ein bisschen Horrorpsychiatrie Style oder Horrorklinik Style.

00:40:15: Das gehört zur kreativen Freiheit dazu?

00:40:17: das developer das tun können gehört aber auch genauso zu der kreativen verantwortlichkeit dass man sich ein bisschen reflektiert damit auseinandersetzen muss mit diesen bildern die man reproduziert wenn man das machen möchte weil man sagt okay das hat den schock value das ist die leute von outlast red barrels.

00:40:33: Die haben damals gesagt ja wir wollen einfach den worten angst machen ob das jetzt stere typen reproduzieren oder sowas das sonst erstmal egal.

00:40:40: wir wollen ein gruseliges spiel machen und das funktioniert, Okay, also das kann man so sehen.

00:40:46: Solange es vor allem auch Leute gibt, die's halt anders machen.

00:40:49: Also solanges Leute sagen nein wir wollen Spiele machen in denen nur ein Sierter dargestellt wird.

00:40:54: Spiele vor allem, die ja auch zunehmend Aufmerksamkeit bekommen.

00:40:57: So ein Hellblade zum Beispiel ist ja jetzt kurz bevor es dann natürlich von Microsoft wieder abgesägt wurde.

00:41:03: aber die beiden Hellblades Teile haben ja durchaus ihre Wellen geschlagen in der Spielkultur oder Night In The Woods und so weiter.

00:41:10: Also Spiele, die durchaus Outreach haben.

00:41:12: Ja, noch ganz kurz zu diesem Thema Verantwortung.

00:41:14: Da möcht ihr auch noch hinzufügen ich sehe da auch durchaus Kolleginnen und Kollegen in der Verantwortung, in so Spielbesprechung nicht zu sagen um Gottes Willen das ist gut oder schlecht sondern einfach nur darauf hinzuweisen und herauszuarbeiten dass diese Bilder hier gerade benutzt werden.

00:41:26: Ich weiß noch ganz genau in einem komplett anderen Format das vor allem eigentlich unterhaltungsgetrimmt war So eine Art Audioletsplay habe ich mit einem Kollegen Blattborn gespielt.

00:41:35: Und irgendwo im Blattbohren gibt es mal ein Level wo wir in so einer Art gigantische Kerkeranlage reinkommen kommen uns Gegner entgegen, die in Zwangsjacken gepackt sind.

00:41:44: Und ich weiß noch ganz genau... Ich habe in einem Podcast dann angesprochen dass mir das aufgefallen ist erstmal wertungsfrei, dass hier eben dieses Bild plötzlich zitiert wird was für mich eine kleine Überraschung war aus vielen Gründen und das sorgte für so einen kleinen Moment der Erregung innerhalb dieser Community.

00:42:00: nicht ihr bei.

00:42:00: ok cool weil man irritiert darüber war, dass ich darüber stolper und überhaupt darauf aufmerksam wurde.

00:42:06: Mit anderen Worten, es wurde bemängelt, dass ich jetzt quasi einen Echtweltthema in eine Spielbesprechung reinhole.

00:42:13: Wo ich mir dann dachte aber das sehen wir doch alle gerade da sind Gegner in Zwangsjacken.

00:42:18: Es liegt auch auf der Hand, das mal anzusprechen und zu sagen Das ist zumindest ne interessante Wahl für so ein Gegnerdesign In einem Gothic Fantasy-Spiel Plötzlich so ein echt Weltmoment aus der kranken Geschichte.

00:42:30: Und das stieß auf Großirritation.

00:42:32: und das war für mich wieder so nen Moment wo ich merkte Viele Menschen sind es gar nicht gewohnt, dass in so einer spielkritischen Auseinandersetzung zumindest darauf mal hingewiesen wird.

00:42:41: Stattdessen wird ja oft in vor allem deutschen Spieltests immer noch beworben dieser Satz bei allen möglichen Spielen hier ein Ausspaß an.

00:42:48: Das sieht man ja immer wieder.

00:42:50: und jetzt viel Spaß damit!

00:42:52: Und dagegen habe ich da auch nichts.

00:42:55: Darauf hinzuweisen, dass diese Bilder da gerade passieren und entstehen.

00:42:59: Und dann können die Leute ja damit machen was sie wollen weil wir beide kennen das auch aus unserem privaten Spieler bin ich mir sicher Dass es jeder kennt.

00:43:05: man sieht manchmal diese Bilder einfach nicht Weil man so Spaß damit hat wenn man so immersiv drinnen ist weil man da einfach so drüber spielt.

00:43:11: und dann halte Ich's für wertvoll dass dann Menschen sich beruflich damit auseinandersetzen Darauf hinweisen.

00:43:17: Nicht im Sinne von, es ist schlecht und Gottes Willen sondern Hallo das sind übrigens ne Bilder die hier raus zitiert werden macht damit was ihr wollt.

00:43:24: Und dass ist etwas Was mein Augen häufiger passieren könnte bei Kolleginnen und Kollegen auch Bei mir selbst natürlich

00:43:30: Total.

00:43:30: ja ich glaube Das ist so ein Problem was man ganz oft hat wenn's Es ist halt auch teilweise so eine passionierte Community oder sehr auch gut so viel Leidenschaft dabei aber dann auch oftmals so ein bisschen So ein Schutz Instinkts und Verteidigungsinstinkte.

00:43:46: Das Spiel ist jetzt gut, Blattborn spielt das ich auch persönlich total liebe.

00:43:50: Aber das heißt ja nicht nur wenn man ein Spiel liebt dass man nicht einzelne Aspekte daran auch trotzdem kritisieren kann und dann irgendwie sagen kann hier haben wir halt so also insbesondere diese Idee mit der Zwangstjacke da in dem Kerker.

00:44:02: Ich kann mich jetzt an die Genausequenz nicht mehr erinnern aber ich kann mir das total gut vorstellen Dass es halt auch so...das ist sowas Diese Assoziationen fliegt einfach so mit.

00:44:11: Man nimmt das so hin und verbindet das dann damit.

00:44:14: Wenn das Bild halt nie wirklich widerlegt wird oder wenn man nie aktiv darüber spricht, ... ... dann geht man immer davon aus ja gut!

00:44:20: Ich will nicht wissen wie viele Leuten das heutzutage noch so ist es... Die denken okay in der geschlossenen Akku-Psychiatrie sitzen die Leute in einer Zwangsjacke in einer Gummizelle und springen gegen die Bände.

00:44:30: Das muss man auch mal ein bisschen im Blick haben dass da schon jede Menge an Aufklärungsarbeit zu leisten ist.

00:44:39: Im Blick haben ist ein fantastisches Stichwort für noch ein Thema, das ich hier mit reingebracht habe und auf das du mich aufmerksam gemacht hast durch genau das.

00:44:47: Du hast über etwas gesprochen und geschrieben, dass ich schon ewig kenne wie alle schon ewig kennen aber über das ich noch nie so wirklich mal intensiv nachgedacht habe und zwar stehe sich in Vorbereitung auf dieses Gespräch unter anderem über deine Aufsatzaktivitäten für den Sammelband Videogames & Mental Health Perspectives of Psychology & Game Design.

00:45:06: Mein Gott, Englisch am frühen Morgen!

00:45:08: Und dort

00:45:09: schreibst du einen Aufsatz über Sanity-Meters in Horrorspielen, oder spielen allgemein.

00:45:17: erstmal mit anderen Worten.

00:45:18: Du hast dich da aber auch in deiner Doktorarbeit auseinandergesetzt wie Spiele eigentlich Wahnsinn und vielleicht psychischen Verfall den dicken Anführungszeichen Lesbar machen, weil es gibt ja diese Spiele.

00:45:33: Wir haben vorhin schon Hellblade genannt da ist Wahnsinn spielt eine Rolle bei der psychischen Gesundheitszustand unserer Protagonisten zum Beispiel.

00:45:39: Da gibt es aber keinen Centimeter sondern man hört die Stimmen Man merkt wie sie einbetrücken und beträngen Und das sind die Geiste die einem immer dichter im Nacken folgen.

00:45:48: Das ist keine numerische Auseinandersetzung Sondern dass Es gefühlig.

00:45:52: man bekommt einen Gefühl dafür Wie sich die Protagonistin fühlen muss und man spürt vielleicht Ein hauch der Belastung die Sie auch gerade durchmachen.

00:46:00: Aber diese Beispiele sind ja in der Minderheit.

00:46:02: viel häufiger greifen Spieler auf irgendeine Art von Balken oder Anzeige zurück, um eben gließbar zu machen.

00:46:09: Diese Person ist gerade psychisch gesund?

00:46:11: Oder oh Gott oh Gott sie wird langsam psychisch krank!

00:46:14: So große Frage erstmal dich was hältst du von diesem Stilmittel grundsätzlich etwas so komplexes, auch oft schwer greifbares wie Wahnsinn und auch psychische Gesundheit im Allgemeinen über einen solchen Meter, über eine solche Anzeige lesbar zu machen.

00:46:30: Ja ja ich finde das eigentlich hoch interessant und nachvollziehbar.

00:46:34: es kommt immer darauf an wie man's umsetzt.

00:46:35: aber Im Grunde ist es ja so dass also Spiele als aufgrund der Tatsache dass sie oft binären Codes basieren müssen Sie ja diese Sachen irgendwie quantifizieren Um sie für die spielerischen Regelsysteme verarbeitbar zu Machen.

00:46:47: Und das kann dann das Channity-Meter leisten.

00:46:49: und da gibt´s dann Channitimeter.

00:46:50: die sind Ich sag mal die sind Die sind plump.

00:46:54: Also, wo man dann einfach... also gerade insbesondere jetzt bei Amnesia zum Beispiel ist es so ein Fall da ist das Sanity Meter ja so umgesetzt dass irgendwie du guckst das Monster an und dann geht das runter.

00:47:07: Dann stellts dich wieder ins Licht oder guck's woanders hin, dann gehts wieder hoch.

00:47:11: Und so, ne?

00:47:12: Es gibt aber auch Spiele die machen das sehr nuanciert und differenzierter ist glaube ich.

00:47:17: in diesem Beitrag geht es doch um Tokio Dark.

00:47:22: Ich hab diesen Absatz mit so einem halben Auge gelesen, weil ich dachte, ich kenne das Spiel nicht.

00:47:29: Also da bin ich im Kontext der Recherche erst darauf aufmerksam geworden für meine Promotion damals.

00:47:36: Tokyo Darkman hat einen ganz interessanten Kniff, die machen es nämlich so... Die haben so ein Sanity Meter.

00:47:41: Da ist es dann auch so, wenn man Begegnungen mit dem Übernatürlichen hat und sowas.

00:47:44: Dann geht das runter und so.

00:47:45: Wenn man Medikamente nimmt, dann geht's wieder hoch oder mit seiner Katze spielt.

00:47:50: Das ist eine Art ... Ich seh' gerade so ne Art Visual Novel aus dem Jahr zwei Tausend Siebzehnten?

00:47:55: Richtig genau ja!

00:47:57: Und da gehts um die kriminelle Unterwelt in Japan.

00:48:00: Viele Mythologie auch mit dabei.

00:48:02: Man isst da so ne Ermittlerin der Detektivin... Der zusätzliche Knift, den du allerdings hattest, Zum zusätzlich zum Sanity Meter, noch so ein Neurosis Meter heißt es glaube

00:48:14: ich.

00:48:15: Und das wiederum ist an spielerische Aktionen geknüpft.

00:48:20: Zum Beispiel ist es ja so dass bei einem so einer Visual Novel beziehungsweise... Das hat so bisschen Point-and-Click Rätsel Elemente?

00:48:26: Da ist für die meisten Leute auch eine ganz übliche Strategie, dass wenn man nicht weiter kommt, dass man einfach alles anklickt!

00:48:34: dass man irgendwie auch immer den gleichen mit den Figuren immer wieder redet, bis sie irgendwann immer nur noch das Gleiche sagen.

00:48:39: Wenn man das allerdings in Tokyo Dark macht, dann hat es negative Auswirkungen auf die Neurosis weil das wird als neurotisches Verhalten sozusagen gewertet.

00:48:48: also eigentlich was aus spielerischer Sicht effektiv ist und effektive Strategie sein kann wird hier gerade so.

00:48:54: hey!

00:48:54: Was machst du da eigentlich?

00:48:57: Das ist ja hochspannend.

00:48:59: Ja, das ist auch ein bisschen eine gemeine Mechanik Aber auch eine superinteressante, weil sie eben diese Idee des Wahnsinns überträgt auf unsere spielerischen Interaktionen selbst.

00:49:09: Ich wollte noch mal kurz zurückkehren zu Amnesia, dass du als durchaus plumpes Beispiel gebracht hast.

00:49:15: Ich muss sagen ich habe das tatsächlich anders wahrgenommen und zwar vor allem was diese grafische Angabe des Gesundheitszustands oder der psychischen Gesundheit angeht.

00:49:24: da gibt es nämlich so vier Gehirn Illustrationen die dann angezeigt werden je nach Zustand und die sind es zeigt einmal ein Gehirne in dieser hellgrauen Farbe, die man von Gehirn eben kennt.

00:49:37: Und dann wird je nach sinkendem psychischen Gesundheitszustand das Gehirnen immer dunkler und schwerzer und durchsetzt von so roten Pusteln.

00:49:45: Ich fand es ehrlich gesagt jetzt auch in der Rückschau nochmal.

00:49:47: Das Spiel ist ewig halt, das ist von Jahrzehnteinzehn glaube ich.

00:49:50: Ich finde das echt immer noch eigentlich gar nicht so schlecht weil was es eben nicht macht ist eine numerische Angabe von psychischer Gesundheit siebenundachtzig sondern es gibt dir ein Bild und du assoziierst mit dem Bild eine Art Zustand und das fand ich eigentlich ganz cool.

00:50:07: Ja, ich glaube auch vielleicht bin ich da etwas vorschnell in meiner Warsch-Wahl weil am Niger ist auch also für mich ein hoch faszinierendes Spiel mit großer Leidenschaft gespielt.

00:50:17: Ich glaube dass was ich daran rausarbeiten wollte ist auch diese Idee der Verknüpfung zwischen psychischer Gesundheit einerseits und der körperlichen Gesundheit der Funktionalität des zentralen Nervensystems ist eigentlich ja ein längst überholtes Bild.

00:50:38: also da gab's dann so diese idee der physiognomie zum beispiel wo man irgendwie gesagt hat jetzt aus einer psychiatrie geschichte, wenn man den kopf vermessen hat und dann irgendwie daran festgestellt hat irgendwie so oder so oder man hatte die idee dass wenn dann leute irgendwie depressiv sind dann wird das es sind die ist das gehirn irgendwie eher grau-und in zähflüssigem schlein.

00:51:01: so ungefähr das war die Idee dahinter und dass ist ein bisschen das Bild, was hier aufgegriffen wird.

00:51:05: Aber natürlich im Kontext von dem gotischen Horrorsetting, was eben auch genau diese Zeit referenziert!

00:51:10: Insofern ist es wieder eigentlich ganz smart, weil das war ja letztendlich die Zeit der Physiognomie in der dann gerade auch ein Titel wie Amnesia spielt.

00:51:19: Gibt es denn tatsächlich einen Titel den du wirklich für... also wirklich?

00:51:22: Knall hat für Plumpel oder nicht, wenn kein konkreter Titel eine Art der Darstellung was du die Lesbarkeit angeht wo du sagst also Leute da fällt es mir wirklich schwer jetzt nicht beleidigt zu sein.

00:51:31: wie ich das sehe gibt's da was?

00:51:34: Nicht dass ich wüsste.

00:51:35: Also selbst bei so einem Spiel wie und also Outlast verwende ich immer als Paradebeispiel für klassische Objektivierung und Stigmatisierung, Animalisierung eigentlich alles was oftmals kritisiert wird.

00:51:48: Outlast allerdings ist ein Spiel, was durchaus auch seine Norsen hat und sich also differenziert damit auseinandersetzt.

00:51:55: Da gibt es dann zum Beispiel auch so einen ... da gibt es einen... ich glaube der war eigentlich gar kein Chirurg, der war irgendwie so'n Business-Mitarbeiter in dieser Klinik, in dieser Psychiatrie und wurde dann allerdings selber durch diese Experimente geschleift, wurde in seiner eigenen Klinique dann da eingesperrt.

00:52:16: Dr.

00:52:16: Traeger!

00:52:17: hieß der.

00:52:18: und er ist dann so hobby chirurg geworden in seinem wahnsinn.

00:52:26: Und bringt diese ganzen idee, der hält eine lange rede im Outlast bevor einem zwei Finger abschneidet oder so.

00:52:32: Hält ihr eine lange Rede?

00:52:34: In der eher die Verarbeitung des Körpers und die Ökonomisierung des Menschen und sowas durch Gesundheitsinstitutionen herausstellt.

00:52:45: also Selbst solche Spiele haben durchaus Momente, wo man sagen muss da ist eine Reflexionsebene drin.

00:52:52: Ich würde auf gar keinen Fall sagen das ist so was wie Horrorpsychiatrien und so Titel die Outlast und sowas dass es dir jetzt nicht geben sollte oder so, nein?

00:52:58: Die sind also hochkostbar.

00:53:01: Gibt es denn auf der anderen Seite nachdem du dich halt so viel und weit denn ja auch mit diesem Thema beschäftigt hast und beschäftigst noch Bereiche in der Darstellung von Wahnsinn und vom psychischen Erkrankungen vielleicht auch im Allgemeinen, wo du das Gefühl hast.

00:53:16: Da ist noch eine Lücke... da gibt es noch etwas was sich Spiele mal annehmen können?

00:53:21: Da gibt es vielleicht sogar Darstellungskonventionen oder Möglichkeiten die Spiele in deinen Augen noch gar nicht so richtig erkundet haben.

00:53:28: Klafft da irgendeine Lücke!

00:53:29: Gibt es da

00:53:30: etwas?!

00:53:31: Das ist sehr schwierig zu sagen weil also letztendlich sind der Kreativität natürlich keine Grenze gesetzt Aber ich bin manchmal noch so ein bisschen... Also, mir scheint diese Dimension des Mindscapes noch nicht so ganz ausgeschäftig.

00:53:51: Ich glaube da ist Luft nach oben.

00:53:52: Habt ihr das erklärt?

00:53:53: Ja genau!

00:53:54: Genau

00:53:54: das sind ja im Grunde also Räume bei denen wir die Gedanken wählt von Figuren betreten.

00:54:01: Zum Beispiel, wenn wir dann sagen da gibt es einen Bösewicht und der Böseswicht hat irgendwelche neurotischen Obsessionen oder sowas, dann reisen wir in dessen Gedanken werden mit den Symbolen dieser Neurose konfrontiert zum Beispiel in der Personareihe.

00:54:15: Da ist das ganz stark so Japanische Rollenspielreihe wo die Figuren da reinreisen und dann ein bisschen versuchen diese diese Neurosen auch aufzulösen und dann letztendlich so ein böses Selbst des Antagonisten zu bekämpfen.

00:54:30: Ich glaube, da ist noch ein bisschen Luft nach oben gerade auch was so dieser Verschmelzung der Realitäten angeht.

00:54:36: Claire Obscure zum Beispiel hat das irgendwie total ... ist da einen Schritt weitergegangen indem es in einer ganz abstraktsymbolisch durchsetzten Welt ist wo man gar nicht richtig weiß bin ich jetzt eigentlich eine Mindscape oder nicht?

00:54:52: Und auch vielleicht die frage auch irgendwann gar nicht mehr so relevant ist, ob es ein Mainz gibt oder nicht.

00:54:55: Weil man einfach hinnehmen muss wie's ist das da?

00:54:57: halt irgendwie so'n schiefer Eifelturm auf einmal dahin.

00:55:01: Da fällt mir ein ich muss dringend mal Psyconaut spielen sowohl Teil eins als auch Teil zwei Spielereihe in der man als kleine Abenteurer Figurchen in die Köpfe von Menschen reißt um ihn zu helfen, jetzt grob beschrieben.

00:55:14: Und ich habe beide Spiele noch nicht gespielt aber ich habe die Doku angeguckt auf YouTube pro Sempfehlung, die sich dreht um die Arbeit und Entstehung von Psychonauts II und da filmen sie ganz viele auch Meetings und Kreativ-Meetings.

00:55:26: Da gab es einen ganz spannenden Moment in dem dann nochmal offensichtlich wurde wie schwer das ist diese Kopfwelten, wie du sie gerade beschrieben hast spielbar zu machen.

00:55:36: Da war sie noch, da ging es um einen Charakter der durch tragische Ereignisse in seinem Leben Alkoholiker geworden ist.

00:55:43: und dann haben Sie sich überlegt okay wir reisen in seinen Kopf hinein und dort liegt alles.

00:55:50: also gibt es eine Welt in der eine gigantische Dürre ausgebrochen ist nachdem eine riesige Flutwelle und das war der Alkalismus da einmal durchgefegt ist alles zerstört hat.

00:56:01: jetzt ist Dürr Und dann haben die in diesem Kreativ-Meting überlegt, okay und um diese Rätsel zu lösen müssen wir wieder irgendwie Wasser im diesen Level reinbekommen weil das ist dann mechanisch spannend.

00:56:11: Dann steigt ein Wasserstand und so kommt man nach und nach an all die Plattformen und Etagen ran, die vorher zu Beginn unerreichbar waren.

00:56:16: Und dann arbeiten sie dran und irgendwann sagt mal jemand in einem dieser Kreative Meetings dann als Sie diesen Spiel also diesen Level iteriert haben und immer wieder neu angeguckt haben, dann sagt man jemand Leute machen wir hier nicht gerade eigentlich einen Level der Alkoholismus befürwortet, weil je mehr die Figur trinkt und je mehr Wasser hier reinkommt, desto positiver.

00:56:36: Weil wir können nur Rätsel lösen wenn er säuft oder gucken sich alle an und sagen verdammt noch mal!

00:56:44: Und das war so schön, weil das illustrierend... Auf wie vielen Ebenen man sich denken muss, wenn man sich dieser Themen auf einer abstrakten Ebene annimmt.

00:56:52: Also dass man plötzlich versehentlich beim Finden einer tollen Mechanik der Level wird nach und nach geflutet.

00:56:58: Man eine Aussage auch trifft in diesem spezifischen Fall die dann nämlich lautet Alkulismus ist der Weg um die Rätsel hier zu lösen.

00:57:06: also was Gutes oder?

00:57:07: das fand ich so faszinierend.

00:57:09: ja das ganze Spektrum der Sucht Erkrankungen also stoffgebundene Süchte und sowas ist da ja auch noch mal eine ganz neue in.

00:57:17: die habe ich ausgeklammert mit meiner Promotion aber.

00:57:19: Ich erinnere mich noch an Papo io,

00:57:24: hörte ich doch nie gespielt.

00:57:25: das ist also schon relativ alt.

00:57:28: jetzt aber war auch so ein bisschen so ein indie game.

00:57:29: oder ging es dann darum auch so autobiografisch dass der Ich hab jetzt den Namen nicht mehr im Kopf.

00:57:38: Seine Beziehung zu seinem Alkoholabhängigen Vater verhandelt und da ist man dann so ein Junge und läuft durch solche, ich glaube zwar so Verwählers oder so einfache Gebäude und langen Gänge und man hat eine Fantasy-Kreatur dabei, Monster heißt es.

00:57:55: Und Monster ist so ein schlurfiges liebes Ding.

00:57:59: legt sich der Monster so hin und dann kann man auf sein Bauch hüpfen, nach oben auf die Dächer springen um an Collectibles zu kommen.

00:58:05: Aber Monster hat eine große Faszination für Frösche, die da rumhüpfen.

00:58:10: Wenn ein Monster so Fröschen frisst, rastet das komplett aus.

00:58:13: Es geht in Rage Mode und attackiert alles um sich herum inklusive dem Jung.

00:58:18: Dann muss man sich wiederum vom Monster verstecken.

00:58:21: Da hab ich gedacht ... Das war eines der ersten Spiele, wo ich gemerkt habe, wow!

00:58:25: Hier wird durch diese Mechanik einfach dieses ambivalente Verhältnis durch diesen Akkulismus so tiefgreifend, so substanziell illustriert.

00:58:36: Das Spiel hat mich wirklich tief berührt muss ich sagen

00:58:39: Es bleibt ein hoch faszinierendes Themenfeld.

00:58:41: ist es denn so bei dir jetzt und deiner Forschung und deine Arbeit dass du auch weiterhin dich diesem Themenfeld widmen wirst?

00:58:47: oder gibt es irgendwo mal einen spürbaren Moment für Dich wo Du sagst also Ich habe jetzt glaube ich wirklich genug das klar sieht das Thema Maroon?

00:58:54: Ja, ich lasse das Thema im Moment auch tatsächlich weitestgehend stehen.

00:58:57: Also da ist noch ein Beitrag der zu dem Sanity Meter es noch erschienen.

00:59:01: Das hat aber einfach sehr lange gedauert im Publikationsprozess.

00:59:04: Aber irgendwann muss man dann auch sagen okay jetzt habe Ich mich damit so lange beschäftigt dass sind jetzt nicht nur diese fünf Jahre der Promotion sondern vielleicht auch er sieben acht jahre gewesen.

00:59:13: Jetzt wird's mal Zeit.

00:59:15: ich muss auch nochmal was anderes machen ansonsten bleibt man darin stecken in dem thema.

00:59:19: Deshalb schaue ich im Moment bin ich gerade ganz eifrig dabei und arbeite mich in unterschiedliche Sachen rein, habe auch schon Publikationen andere Richtungen verfasst.

00:59:27: Man kann ja vieles mitnehmen davon, von dem was man erarbeitet hat aber so ein bisschen auch vom psychischen Erkrankungen dann wegzukommen.

00:59:33: Neugierigerweise für die Menschen draußen die Interesse an dir und deine Arbeit haben in welche Richtung bewegst du dich jetzt gerade so thematisch?

00:59:41: Was lockt dich, was reizt dich?

00:59:43: Im Moment beschäftige ich mich ganz viel mit Resonanztheorie- und digitalen Spielen also der Frage... Da müssen wir erklärt werden!

00:59:50: Also Resonanzen ist im Grunde das sociologische equivalent von so einer musikalischen schwingung.

00:59:56: also dass man irgendwie das gefühl hat ich rufe in die welt hinein und die welt antwortet mir ich baue eine beziehung zur welt auf.

01:00:02: Das gegenteil davon wer so was verstummt bernard zum beispiel dann merkt man irgendwie ich mache und mache bin ja nicht inaktiv, ich bin auch nicht notwendigerweise unproduktiv aber ich mache mache es kommt nichts zurück.

01:00:13: ich arbeite in so ner stummenwelt und drehe mich im kreis beschäftige mich so ein bisschen mit der Frage inwiefern Spiele sozusagen Resonanz Beziehungen herstellen können oder inwiefer wir in Spielen Resonans erfahren können.

01:00:28: Ganz stark beeinflusst natürlich durch die Eindrücke von jetzt der Corona-Pandemie und sowas, wo dann irgendwie auch so Animal Crossing als so einen Resonanzraum für viele Leute funktioniert hat ... die dann da eine Art Naturerfahrung auch und Sozialerfahrungen gemacht haben.

01:00:43: Selbstwirksamkeit, indem sie dann ne Insel dekorieren.

01:00:46: Also es ist so Dinge... ...die mich im Moment total faszinieren.

01:00:49: Ich glaube nämlich dass wir also wir sind ja länger in so einer Zeit großer Krisen,... ...und ich glaube Spiele können da eine ganz wichtige Funktion haben um uns dennoch kostbare Resonanzbeziehung zu

01:01:00: ermöglichen.".

01:01:01: Du, während ich da zuzuhöre, kommt bei mir eine Liste von meiner Augen mit einer wachsenden Anzahl von Themen, die ich dich als in Zukunft als Gast einladen möchte.

01:01:10: Das bedeutet mit anderen Worten dieses Gespräch hier gelangt zwar an seinen Ende aber ich weiß jetzt schon wir werden uns wieder hören und das freut mich sehr.

01:01:17: Ja, sehr gerne!

01:01:18: Sehr gerne!

01:01:19: Ohne Witz?

01:01:20: Ich fand es hoch faszinierend.

01:01:21: Ich danke dir sehr für diese Auseinandersetzung mit diesem Themenfeld.

01:01:24: Ich gehe hier mal wieder klüger weg, als ich hingekommen bin.

01:01:27: Großen Dank wirklich.

01:01:28: Danke schön.

01:01:33: Das war mein Gespräch mit Dr.

01:01:36: Stefan Simon über die Darstellung von Wahnsinn in der Welt des Videospiels und alles drumherum!

01:01:41: War hochinteressant, ich hoffe euch geht's ganz genauso.

01:01:44: wenn dem so ist dann haltet euch nicht zurück diese voll gefreundeten Freundinnen oder Haustieren zu empfehlen.

01:01:49: all diese Menschen und Tiere haben Spaß mit dieser Unterhaltung da bin ich mir sicher.

01:01:53: Ansonsten noch mal die Erinnerungen.

01:01:55: ihr könnt auch cool bei Steady unterstützen.

01:01:57: für vier Euro neunzig im Monat bekommt ihr das komplette Programm freigeschaltet, an dem ich und mein Team schon seit so langer Zeit arbeiten.

01:02:05: Das ist ein ganz neues Kapitel betreten hat mit dem neuen Sendungskonzept, das mir persönlich nur am Rande richtig viel Spaß macht und sich als eine gute Idee herausgestellt hat.

01:02:15: Überzeugt euch selbst davon.

01:02:16: wie gesagt Werde-Supporter ihr soll es nicht bereuen!

01:02:19: Ansonsten wünschen wir euch einen wunderschönen Start in die neue Woche.

01:02:24: passt auf euch auf Ein weiteres Mal falls ihr auf der Gamescom in Köln sein solltet.

01:02:28: sagt gerne hallo da auch herum.

01:02:31: Aber nicht wundern, wenn ich irgendwie im Vorbeilaufen ohnmächtig werde!

01:02:35: Es werden ein paar anstrengende Tage auf für mich aber ich freue mich drauf und damit tschüss.

Über diesen Podcast

OK COOL ist das unabhängige Magazin über Menschen, Spiele und ihre Geschichten. Sowohl in tiefgründigen Audioreportagen als auch in kurzweiligen Gesprächen lernt Gastgeber und Journalist Dom Schott jede Woche neue Menschen kennen, die mal mehr, mal weniger viel mit Spielen und Medien zu tun haben — von der Entwicklerin bis zum Wissenschaftler. Es geht um Arbeitsrealitäten, Alltagsgeschichten, Spieleentwicklung, Zukunftsängste und vieles, vieles mehr.

von und mit Dom Schott

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