Wie macht man ein Spiel über Kindheitstrauma - und warum? | mit: Marius Mülhaupt
Es gibt diese Spiele, die mit nur ein, zwei Screenshots einen mächtigen Eindruck hinterlassen. Und Recollage gehört zu diesen seltenen Titeln: Ein Hase mit roten Glubschaugen geiert über einen tiefen Abgrund, aus dem ein Anglerfisch mit Armen und Beinen zurückstarrt. Eine Ratte mit menschlichem Gesicht huscht durch den Schatten, während eine zweiköpfige Gestalt - eine Mischung aus Frosch und Halbmond (?!) - im Mondlicht wartet.
Kein Witz: Diese Kreaturen gibt es allesamt in dem ungewöhnlichen Adventure - wenn die SpielerInnen das wünschen. Denn in Recollage können und müssen wir unsere Spielfigur immer wieder ganz neu umbauen und zurechtbasteln, damit sie die vielen Rätsel lösen kann. Lösungswege gibt es viele, seltsame Kreaturen, die dabei entstehen, sowieso. Und der bizarre Look passt nicht zuletzt ganz wunderbar zur Geschichte, die Recollage erzählt - es geht um Kindheitstrauma, dysfunktionale Eltern-Kind-Beziehungen und die Schwierigkeiten des noch-nicht-erwachsen-Seins.
Hinter dem Spiel steckt ein dreiköpfiges Studi-Team der HTW Berlin, die eigentlich noch weit vor ihren Abschlussarbeiten und dem Einstieg ins Berufsleben als SpieleentwicklerInnen stehen. Und trotzdem ist ihr erstes gemeinsames Projekt jetzt schon so interessant, ausgereift und vielversprechend, das Dom mit Marius Mülhaupt, einem der drei Köpfe von Studio Windspiel, unbedingt sprechen musste.
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